Die Eltern von heute sind die aktuellen Glücks- und Chancenverhinderer ihrer Kinder.
Nachwuchssorgen in Unternehmen, wo man nur hinschaut. Jugendliche, die nicht wirklich wissen, für welchen Job, für welchen beruflichen Weg sie sich entscheiden sollen. Und Eltern? Sie raten ihren Kindern tendenziell zum Studium. Der Hauptschulabschluss hat die Haltbarkeit seiner Akzeptanz lange überschritten und das Ansehen der Mittelschule ist im Sinkflug. Wo soll das noch hinführen?
Sind wir ehrlich!
Schüler sind viel mehr damit beschäftigt, Orte des Lernens zu besuchen, die von den Kriterien in die Akzeptanz der Gesellschaft passen. Sie sind mehr bemüht, den elterlichen Ansprüchen Genüge zu tun, statt auf Entdeckungsreise zu gehen. Dabei fühlen sich die Eltern richtig gut. Sie sind die heimliche Propaganda-Maschine postmoderner Studieneinrichtungen, die meist für das System aber nicht für die Studenten und die Zukunft ihre Leistung erbringen. Bulimielernen steht auf der Tagesordnung und verhindert damit jegliche Form des adaptiven Lernens für eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde Gesellschaft.
Sozialer Abstieg ist präsenter denn je.
Bloß nicht auf der falschen Seite der sozialen Schere stehen, das ist die größte Angst der heutigen Eltern. Befeuert von den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Auswirkungen bspw. hoher Inflation und der digitalen Transformation, fragt man junge Menschen bloß nicht mehr danach, wohin ihr Herz sie führt. Welche Ausrichtung die innere Begeisterung einfordert, wird stringent ignoriert und überhört.
Es geht um nichts geringeres als die Frage:
Wird mein Kind auch weiterhin zur Gesellschaft gehören oder nicht?
Die Spirale hat vor vielen Jahren eingesetzt und sie scheint zum aktuellen Stand eine Dynamik innezuhaben, die es kaum noch ermöglicht, neue Wege einzuschlagen.
Dabei wäre es genau jetzt so wichtig, sich wieder auf den Menschen zu besinnen, nach seiner Vorliebe zu fragen und alles dafür zu tun, diese Stärken auszuleben.
Eine veränderte Berufswelt, die noch nicht bei den Eltern angekommen ist.
Denn nie standen die Chancen besser, über eine private Leidenschaft beruflichen Erfolg und Karriere zu gestalten. Es ist nicht nur die digitale Transformation. Übergeordnet sortiert sich die Gesellschaft gerade neu. Jeder, der einen Wandel bereits persönlich und bewusst miterlebt hat weiß, dass im Wandel alles in Frage gestellt wird und alles auch die Chance auf eine Neubewertung erfährt. Doch das scheint noch nicht bei den Eltern angekommen zu sein. Sie halten an alten Berufsbildern, an eingeschränkten Systemregeln und an Kriterien von gestern fest, als gäbe es kein Morgen. Und hier muss sich etwas ändern, denn Eltern haben meist den größten Einfluss auf den Werdegang ihrer Kinder.
Eltern auf den aktuellen und zukünftigen Stand der Wirtschafts- und Unternehmenswelt sowie des Arbeitslebens zu bringen, sollte daher in jedem Unternehmen, in jeder Organisation und in jeder Institution selbstverständlich werden. Es darf daher nicht mehr nur darum gehen, junge Menschen von den beruflichen Möglichkeiten zu begeistern, sondern den Eltern eine ebenso große Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Arbeitswelt verschiebt sich nicht mehr nur zwischen Privat- und Berufsleben. Hinzukommen Entwicklungen zwischen Spaß und Ernst, zwischen ökonomischen und ökologischen Ansprüchen sowie die massive Veränderung durch die voranschreitende Digitalisierung.
Um hier ein paar Beispiele zu nennen: Im Handwerk gibt es Unternehmen, die zu 50 % aus IT-Arbeitsplätzen bestehen. Es sind neue Berufsfelder wie bspw. der eCommerce Kaufmann oder KI-Analyst hinzugekommen, die noch unter dem Radar der gesellschaftlichen Wahrnehmung laufen. Und auch als Graffiti Sprayer kann ich heute ein Business aufbauen, von dem man gut leben kann.
Die neue Elternperspektive als Chancengeber
Unsere Unternehmenswelt muss Formate schaffen, in denen Eltern ohne ihre Kinder den aktuellen und zukünftigen Stand an Aufgaben- und Arbeitsfelder entdecken können. Bei den Eltern muss eine Veränderung der Denkweise angestoßen werden, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, seine Leidenschaft in eine Berufung und damit ein finanziell abgesichertes Leben zu ermöglichen. Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft liegen nicht mehr nur in Themenfächer, sondern sie beinhalten Kompetenzfelder. Flexibilität, Agilität und die Fähigkeit, sich kontinuierlich neu zu erfinden, sind für die Zukunft grundselbstverständlich.
Empathie und Fähigkeiten an neue Felder zu adaptieren, ist Voraussetzung, um die gesellschaftliche Transformation mit zu begleiten und zu gestalten. Die Tatsache, heute zu wissen, dass morgen die Menschen Berufe ausüben, die wir heute noch nicht kennen, wird nichts mehr Besonderes sein.
Unsere Kinder gehen diese Entwicklung in rasanten Schritten. Nun liegt es an uns, die Eltern auf dieser Reise mitzunehmen.








